Kreative Longenarbeit

Ideen für Beschäftigung

Um sein Pferd in Bewegung zu halten, muss sich der engagierte Pferdebesitzer unter den üblichen Haltungsbedingungen so einiges einfallen lassen.
Nicht nur bei jungen Pferden ist es ein Genuss zu beobachten, wie viel Freude sie zeigen, wenn sie vor dem eigentlichen Reiten nach Herzenslust laufen dürfen. An der Longe kann das eine wunderbare Möglichkeit sein, in Kontakt mit dem Pferd zu kommen. Ihm erst durch relativ freies Laufen Freiheit zu geben, bis es ein wenig müde ist, um es dann diszipliniert vorwärts zu schicken und später durch gezielte Übungen an den Menschen zu binden und zu gymnastizieren.

Durch kreatives Longieren Möglichkeiten schaffen

An der Longe ist vieles möglich. Gerade dann, wenn es in der Reithalle nicht erwünscht ist, das Pferd frei laufen zu lassen. Eine Möglichkeit zum Longieren sollte immer unbedingt vorhanden sein.
Gutes Longieren muss nicht stur, womöglich noch ausgebunden, auf einem festen Zirkel stattfinden. Sie können sogar, wenn Sie bereit sind, selbst einige Schritte zu laufen (was Ihnen sicher nicht schadet), die ganze Reithalle in Anspruch nehmen, um dem Pferd möglichst viel Raum zu geben. Zu Beginn der Stunde, nachdem es sich im Schritt und Trab warmgelaufen hat, darf dort gerne einmal richtig gerannt und gebockt werden, wie es eben in diesem Rahmen möglich ist. Ausbinder sind da absolut hinderlich! Viele Pferde mögen dieses „Vorspiel“ so gerne, dass sie es gerade zu fordern und auskosten, wenn sie es einmal kennenlernen durften. Erst wenn sie dann von selbst ruhiger werden, nach 2 bis 3 Handwechseln, kann wieder auf engeren Kreis, ja mit wechselndem Abstand gearbeitet werden.
An der Longe/ an der Hand ist vieles möglich, mehr noch als unter dem Sattel geht. Ein „Join-Up“, Bodenarbeit, Volten, Trabverstärkungen, Seitengänge, ganze Paraden, Rückwärtsrichten und Übergänge etc. Probieren Sie es aus. Ein Kappzaum schont dabei das Pferdemaul, und sie können sicherlich noch vieles lernen, um mit Ihrem Pferd dabei sehr fein zu kommunizieren. Wenn Sie anschließend in den Sattel steigen, nach vielleicht 15 bis 20 Minuten Longenarbeit, ist das eine völlig andere Grundlage, als wenn Sie einem nervösen Pulverfass, das frisch aus dem Stall kommt, auf den Rücken klettern und womöglich den ersten Galopp oder sogar Trab seit dem letzten Ritt entspannt reiten möchten. Auch für weniger nervöse Pferde eignet sich das Longieren gut, um den Bewegungsapparat „aufzuwärmen“ und im Kopf bei seinem Menschen anzukommen.

 

Kreative Longenarbeit

1. Aufwärmen
Für den Anfang werden einige Runden im Schritt an der Longe gegangen, um den Bewegungsapparat aufzuwärmen. Bei älteren Pferden darf das länger sein, als bei den Jüngeren. Danach erfolgt der Trab, erst ruhig, bis das Pferd sich anbietet, Lust „auf mehr“ verspürt. Dann folgt das ...

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2.Austoben
Laufen.. Trab, Galopp, das Pferd gibt vor, der Mensch animiert zum Laufen. Nun geht es los... Es darf gerannt, gebuckelt, getobt werden... Im Zirkel oder durch die ganze Halle, da läuft der Mensch dann mit.

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3.Einholen
Sobald es ruhiger wird, das Temperament sich beruhigt, wird ein der Handwechsel vorgenommen. Es wird wieder gelaufen, im Tage oder Galopp, bis das Pferd den Kopf senkt, das innere Ohr zeigt. Nun ist es bereit sich dem Menschen anzuschließen. Dieser Moment ist perfekt um das Pferd nach innen zu holen. Zu loben. Das Pferd signalisiert „ Ich höre zu, was sagst Du mir“... Ein Lob, das Streicheln als Dankeschön für die Bereitschaft

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4.Erneutes Wegschicken
Wieder ein Handwechsel. Nun kann erneut weggeschickt werden. Ist das Pferd schon müde, ist es ausgetobt, werden nun die Gangarten im Wechsel vom Menschen gefordert. Das senken des Kopfes wird gelobt. Fängt das Pferd sogar das Lecken und Kauen an, ist es ein eindeutiges Zeichen, dass es sich dem Menschen „unterwirft“, anschließen möchte. In so einem Moment darf eine kurze Pause gemacht werden, indem das Pferd nach innen geholt wird, gelobt, vielleicht sogar mit einem Futterlob belohnt wird.

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5. Diszipliniertes Arbeiten an der Hand
Nun werden Lektionen eingebaut. Übergänge, Volten, ganze Paraden. Alles ist möglich.

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5.Sanftes Ende- Join up und Bodenarbeit als Abschluss
Bietet das Pferd wieder oder nun erst ein „Join up“ an (inneres Ohr, Kopf senken, kauen. Lecken), können wir das Nutzen, um das Pferd mit oder ohne Longe zu uns laufen lassen, dann rückwärts zu schicken, seitwärts, Hinterhandwendungen, Vorhandwendungen, Seitengänge zu üben. Ein paar kleine Übungen reichen, das Pferd hat verstanden und schließt sich gerne an. Mit Futterlob bereiten wir ein positives Ende.
Nun sind Pferd und Mensch zusammen. Eine Basis, die auch für das nachfolgende Reiten vieles leichter macht!